Uschi rockt ihr Lymphödem
Jedes Jahr am Weltlymphödemtag rückt eine Erkrankung in den Fokus, die noch immer viel zu wenig bekannt ist und das Leben der Betroffenen dennoch täglich prägt. Der Aktionstag soll informieren, sensibilisieren und Mut machen. Auch Uschis Geschichte zeigt, wie wichtig Aufklärung, passende Behandlungsmöglichkeiten und ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper sind.
Man muss das Schöne sehen
Uschi

Uschi aus Berlin strahlt eine Lebensfreude aus, die ansteckt. Seit über 30 Jahren lebt sie mit einem Lymphödem am linken Bein. Doch statt sich zurückzuziehen, hat sie ihren eigenen Weg gefunden, aktiv und bewusst zu leben.
Ein Lymphödem als Folge einer schweren Diagnose
1993 erhält Uschi die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Nach einer großen Operation und einer damals üblichen ölhaltigen Lymphographie entwickelt sie ein Lymphödem am Bein. Anfangs weiß sie kaum, was das bedeutet, und geeignete Therapien sind zu dieser Zeit noch schwer zu finden. Die erste rundgestrickte Kompressionsversorgung sitzt schlecht, macht Falten und frustriert sie.
Der Wendepunkt: passende Versorgung
Erst Jahre später bekommt sie im Sanitätshaus eine Flachstrick-Strumpfhose, die ihr zum ersten Mal wirklich hilft. Die Schmerzen werden weniger, die Beweglichkeit besser. Von da an ist Kompression ein fester Bestandteil ihres Lebens. Sie achtet auf gute Anpassung, regelmäßige Rezepte – und hat die Freude an Farben entdeckt. Pink ist aktuell noch ihr Favorit, aber auch die neuen Trendfarben Casual Blue und Sweet Coral haben es ihr angetan.

Bewegung als tägliche Hilfe
Uschi weiß, wie entscheidend Aktivität ist. Dreimal pro Woche geht sie zur Lymphdrainage, kombiniert mit Crosstrainer, Schwimmen und Entspannungsübungen. Mittwochs ist ihr „Bewegungstag“ mit Wassergymnastik in der von ihr gegründeten Gruppe, Lymphdrainage und Yogaeinheiten. Im Sommer verlagert sie ihren Alltag an den See oder in den Garten – immer in Bewegung, immer draußen.

Wissen weitergeben – Mut machen
Heute gibt Uschi ihre Erfahrungen weiter und zeigt ihre Power: als Probandin in Schulungen, in Gesprächen mit Betroffenen, in Seminaren und auch als Model für Juzo. Sie möchte Verständnis schaffen – und zeigen, dass Kompression kein Hindernis ist, sondern eine hilfreiche Unterstützung.
Kompression wirkt nicht im Schrank – sie muss am Körper sein
Uschi mit einem Augenzwinkern
Ein bewusstes, dankbares Leben
Natürlich gibt es Tage, an denen das Bein schmerzt oder der Alltag schwerfällt. Doch Uschi bleibt optimistisch. Sie genießt ihren Garten, die Natur, ihre Familie und den Austausch mit anderen. Ihr Motto: mit offenen Augen durchs Leben gehen und die Kraftquellen im Alltag erkennen.






